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Kreuzschmerzen

»Die Schweiz hat es in dieser Epoche auf allen möglichen Gebieten zu Höchstleistungen gebracht, nur in der Kriminalität hinkt sie dem Rest der Welt hinterher. Ich habe vor das zu ändern.«  – L. (Zitat: „Kreuzschmerzen“)

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Sie führen ein spannendes Leben am Abgrund – die mysteriöse L., eine Archäologie-Studentin, und der ehemalige Bergführer Jorne Serrano. Im Auftrag eines Davoser Antiquitätenhändlers entwenden sie wertvolle Sakralgegenstände aus Kirchen und Klöstern in den ländlichen Gegenden der Schweiz. Die geweihten Objekte verschwinden in der okkulten Szene, Hauptabnehmer ist eine Sekte, die sich Société anonyme nennt. L. hat damit kein Problem. In den dunklen Tälern des Schweizer Katholizismus aufgewachsen, hat die junge Frau, der ihr Beichtvater schon „eine nicht unbedenkliche Neigung zum Bösen“ attestierte, für religiöse Anwandlungen nur ein müdes Lächeln übrig. Jorne dagegen wird oft von „Kreuzschmerzen“ – sein Wort für religiöse Gewissensbisse – geplagt. Leider werden „Fräulein Friedhof und Herr Sonnenschein“ (ihre Decknamen) auch polizeilich gesucht. Das Netz der Ermittler beginnt sich gerade zu schließen, als sie ein neuer Auftrag erreicht: Das seit Jahrhunderten gesuchte Ur-Christen-Relikt, ein Brustkreuz der Tempelritter, wurde in einer abgelegenen Krypta in einem Hochtal der Walliser Alpen, lokalisiert. Doch der Winter steht vor der Tür, die weissen Riegel senken sich bereits vor die Pässe. Angesichts der Summe, die auf dem Spiel steht und auch weil es die Gelegenheit ist von der Bildfläche zu verschwinden, brechen die Meisterdiebe ein letztes Mal auf … .

Es geht in diesem Roman Noir um ein heikles Thema, das in der Schweiz gern unter den Tisch gekehrt wird– Kirchenraub. Fälle wie Dornnach, Biehl, Luchsingen, Balsthal (bei Solothurn), Traselingen und hundert andere Vandalenakte sprechen eine deutliche Sprache. Meistens sind Opferstöcke[1] das Ziel, doch in Mogelsberg (Kanton St. Gallen ) hatten die Diebe beispielsweise auch Reliquien entwendet. Seit 2015 nimmt die Zahl der Einbrüche zu[2]. Mit einer Erklärung tun sich die offiziellen Stellen schwer.


[1] Laut einer Statistik der Oberwalliser Kantonspolizei wurden zwischen 2010 und 2014 jährlich zwischen 19 und 33 Opferstöcke geplündert.

[2] Der Höchstwert wurde 2015 mit 2.642 Diebstählen und Einbrüchen verzeichnet. Quelle: kirche-und-leben.de